Träume sind der Spiegel der Seele, das glauben die Menschen schon seit Urzeiten. Wenn wir lernen, sie richtig zu lesen, können sie uns verraten, wer wir wirklich sind. Sie geben uns Aufschluss über unsere verborgensten Wünsche und Ängste und unsere tiefsten Geheimnisse, die wir nicht einmal uns selbst einzugestehen vermögen. In nahezu allen Kulturen dieser Welt gilt Traumdeutung seit jeher als Schlüssel zum innersten Selbst. In Europa war es der berühmte Begründer der Psychoanalyse Siegmund Freud, der die Deutung von Träumen als Weg zur Erforschung des Unterbewusstseins etablierte und sogar zur wissenschaftlichen Disziplin erhob. Anhand zahlreicher faszinierender Fallbeispiele dokumentierte er, wie die Träume eines Menschen Einblick in die unbewussten Vorgänge seines Seelenlebens gewähren. Seither wurden unzählige Bücher über Traumdeutung geschrieben. Damit auch Sie erfahren, wie Sie sich über Ihre Träume einen ganz neuen Zugang zum eigenen Innersten verschaffen können, haben wir die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengestellt.
Träumt jeder? Manchmal wachen wir auf und können uns nicht im geringsten daran erinnern, was wir geträumt haben. Viele Menschen denken dann, sie hätten überhaupt nicht geträumt. Dies ist jedoch ein Irrtum. Jeder von uns träumt Nacht für Nacht. Ein kleiner Tipp: Wenn Sie Ihre Träume deuten möchten, führen Sie am besten ein Traumtagebuch, das Sie sich unmittelbar neben dem Bett bereit legen. So können Sie morgens sofort notieren, was Sie geträumt haben. Oft ist es nämlich merkwürdigerweise so, dass man zwar direkt nach dem Aufwachen noch weiß, wovon ein Traum handelte, es im nächsten Moment jedoch vergisst.
Wichtig ist zunächst, zwischen verschiedenen Arten von Träumen zu unterscheiden:
Körpergesteuerte Träume Manche Träume entsehen unter dem Einfluss unseres körperlichen Befindens. Dies ist vor allem bei körperlichen Beschwerden der Fall. So kann es z.B. Alpträume verursachen, wenn man mit zu vollem Magen schlafen geht. Oft taucht ein Haus als Symbol für den Körper auf, wobei die unterschiedlichen Etagen anzeigen, wo im Körper sich in etwa das jeweilige Organ befindet, dessen Zustand sich auf den Traum auswirkt. Ein typisches Beispiel ist z.B. ein Traum von einem Feuer im Dachstuhl, der zu einer Zeit Auftritt, zu der man Probleme mit Kopfschmerzen hat.
Tagesaktuelle Träume Diese Träume handeln von Ereignissen, die man erst kürzlich (zumeist am selben Tag) erlebt hat und die einen noch stark beschäftigen. Dadurch, dass man sich im Traum mit ihnen auseinandersetzt, werden sie verarbeitet, damit die Gedanken wieder frei für anderes sind.
Tiefenträume Die sogenannten Tiefenträume sind die Art von Traum, die uns Einsicht in unser Unbewusstes ermöglicht. Auf sie konzentriert sich somit die Traumdeutung. Diese Träume treten nur in bestimmten Schlafphasen auf.
Die verschlüsselte Sprache der Träume In einem Tiefentraum kommen Inhalte aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche, die teilweise dorthin verdrängt wurden, weil sie unserem Bewusstsein aus irgendeinem Grund zu heikel waren oder wir uns bislang nicht in der Lage sahen sie aufzuarbeiten. Das bedeutet aber keineswegs, dass es sich notwendigerweise um unangenehme Dinge wie Ängste handeln muss. Im Gegenteil: Am häufigsten kommen Wünsche zum Ausdruck. Um die unbewussten Vorgänge zu Tage zu fördern, muss der Traum sie allerdings an der Zensur des Bewusstseins vorbeischmuggeln. Dazu bedient er sich einer Art Geheimsprache, die mit Symbolen arbeitet. Um zu entschlüsseln, was der Traum uns sagen will, müssen wir also seine Einzelheiten als Symbole begreifen und herausfinden, wofür diese jeweils stehen. Haben wir die einzelnen Komponenten des Traums durchschaut, können wir das Ganze wie ein Puzzle zusammensetzen. Was zunächst wirr und absurd erschien, ergibt dann ein sinnvolles Mosaik.