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Tarot ist ein uraltes, durch Mysterienschulen zeitweise geheim überliefertes Weisheitssystem. Das tiefe Wissen findet einen sichtbaren, zum Teil jedoch durch Symbole verschlüsselten Ausdruck in der Zusammenstellung von eindrucksvollen Bildern. Jede Karte ist Träger einer ihrem Symbolgehalt entsprechenden Energie. Ursprünglich wurde das Tarot als eine Art Weisheitsbuch - ähnlich dem chinesischen >I Ging< - angesehen und als Ratgeber herangezogen. Deshalb existieren auch Definitionen wie Rad, Weg, Landkarte, Gesetz, etc. In der Tat wurde das Tarot als Orientierungshilfe auf dem unüberschaubaren Weg der eigenen Bewusstwerdung benutzt. Es galt als Führer in den Gebieten innerer Transformation - Geheimnisse enthüllend und die Sichtweisen von sich selbst und dem Kosmos erweiternd. Erst viel später wurde dieses Weisheitsbuch in ein System von Bildern bertragen.
Die 78 Karten des heute vorliegenden Tarots können als eine symbolische Landkarte betrachtet werden, als Wegweiser und Meilenstein auf dem Weg der inneren Reise. Der rechte Gebrauch vermittelt Einsichten und klärende Erkenntnisse über die jeweilig befragte Lebenssituation. Durch seinen bedeutsamen transformatorischen Wert kann das Tarot zu wertvollen Durchbrächen, mehr Klarheit und erweiterter Wahrnehmung dessen führen, was uns in unserem Leben am meisten beschäftigt und am tiefsten berührt. Es enthält Hinweise auf unsere besonderen Stäken und deckt blinde Flecken auf, wenn wir bereit sind, diese einzugestehen.
Das Tarot stellt sich ausschliesslich für persönliches Wachstum zur Verfügung, keinesfalls jedoch, um andere Menschen oder das Leben selbst zu manipulieren.
Die Karten sind unterteilt ins 22 Grosse. Arkanen (O. bis XXL), 16 Hofkarten und 40 Kleine Arkanen. Die Grossen
Arkanen weisen - neben der persönlichen, die jeweilige Situation des Fragenden betreffenden Bedeutung - auf eine übergeordnete universelle Lehre hin, der kosmische Gesetzmässigkeiten zugrunde liegen. Sie stellen eine Antwort auf die besondere Frage des Augenblicks dar, gleichzeitig zeigen sie aber auch allgemeine bedeutungsvolle Zusammenhänge. für das Leben des Betreffenden auf.
Die Hofkarten stehen häufig, mit wichtigen Personen in unserem Leben in Beziehung. Sie zeigen uns, was wir zu lernen haben und auch meistern wollen. Ebenso machen sie uns mit jenen Bereichen bekannt, in denen wir besonders talentiert sind.
Die Kleinen Arkanen betreffen die kleineren unmittelbaren Lektionen des Lebens. Sie sind aufgeteilt in je 10 Stäbe, Kelche, Schwerter und Scheiben.
Die Stäbe sind dem Element Feuer zugeordnet und stehen für Energie im Allgemeinen, insbesondere auch für Sexualität. (männlicher Aspekt), Tatkraft, Wahrnehmung, Intuition, Einsicht.
Die Kelche sind dem Element Wasser zugeordnet und beziehen sich auf die innere emotionale Realität. Sie befassen sich mit Liebe, Gefühlen, Austausch in Beziehungen, Sexualität (weiblicher Aspekt).
Die Schwerter sind dem Element Luft zugeordnet und beschreiben mentale, gedankliche Zustände und Prozesse. Sie spiegeln geistige Haltungen, die als Schlüsselerfahrungen von Meditation gelten können. Gleichzeitig ist die mentale Ebene am anfälligsten fr Störungen, die das Gewonnene immer wieder auf die Probe stellen. Die Schwertkarten zeigen die geistigen Kräfte..., mit denen wir unser Leben - zumeist unbewusst -gestalten.
Die Scheiben sind dem Element Erde zugeordnet und weisen auf die Äussere, materielle, physische Realität hin. Das Äussere, präsentiert sich als Spiegel des Inneren. Die Auseinandersetzung mit der Erde umfasst Körper, Gesundheit, Nahrung, Kleidung, Besitz, Finanzen, Armut und Reichtum.
Das Crowley -Thoth - Tarot
Das Crowley-Thoth-Tarot vereinigt in seinen Bildern eine Vielfalt von Symbolen und verbindet Astrologie, Numerologie, Visualisation mit der Symbolik verschiedener Weisheitsschulen. Frieda Harris, die jahrelang an den Bildern arbeitete, war selbst Ägyptologin. Ihr Wissen und tiefes Verständnis um die Symbole ist in die Gemälde eingegangen. Sie verarbeitete in den 78 Karten ca. 1200 Symbole, deren wichtigste im letzten Teil dieses Buch erklärt werden.
Die Entstehung des Thoth-Decks geht auf die Aktivitäten der Golden Dawn Society zurück; einer Gruppe brillanter Köpfe, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hatte, das westliche Gesellschaftssystem durch die Arbeit mit Symbolen zu verändern. Sowohl Arthur Edward Waite (vgl. Rider-Waite-Tarot) als auch Aleister Crowley waren Mitglieder dieser Gemeinschaft. Waite wählte fr sein Tarot eher zeitgenössische Symbole, während Crowley sich zum Ziel setzte, weit zu den Wurzeln zurückzugehen
Dieses Deck verdankt seine besondere Gestaltung der Begegnung von Frieda Harris mit Aleister Crowley. Harris gab ihre Zustimmung zur Gestaltung der Bilder unter der Bedingung, dass Crowley während ihrer Vorarbeit abwesend sein müsse und nicht in schwarzmagische Praktiken verwickelt sein dürfe. Er stimmte zu, in der Annahme, da Harris ihre Arbeit in wenigen Monaten beendet haben würde. Tatschlich arbeitete sie 5 Jahre an den Bildern (von 1938-1943). Als Grundlage fr die Bilder dienten Frieda Harris Crowleys Skizzen oder Beschreibungen. Obwohl sie selbst mit Tarot nicht sehr vertraut war, beeinflusste und ergänzte ihr intuitives Verstehen und weitreichendes Wissen doch in starkem Maße seine Vorstellungen. Oftmals malte sie eine Karte viele Male neu, bis sie endlich mit ihrer Ausführung zufrieden war.
Weder Crowley (gest. 1947) noch Harris (gest. 1962) veröffentlichten das Deck zu ihren Lebzeiten. Erst 1969 fotografierte und veröffentlichte Major Grady L. McMurtry die von Harris fertiggestellten Bilder. Das heute vorliegende Deck wurde in dieser Form erstmals 1977 veröffentlicht
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